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26.06.12

Oggubai – allotria mit revolutionssemantik

sorry … ich kann dieses occupy-gedöns bald nicht mehr sehen.

ist das die taktik, die revolution per überflutung an sich selber ersticken lassen oder was?

#So wird das nix mit der Revolution / #Scheiß-Informations-Overkill / #Scheiß-Kapitalisten / #Scheißkunst

(check my f*c*book-site for the tags)

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gesellschaft_des_Spektakels
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06.12.09

Allmählich schnappen sie über II - Null-Euro-Jobber

... wie gesagt, am meisten wundert mich, was wir Hornochsen uns alles gefallen lassen, bevor wir solche Typen mal an den Kragen gehen.
Debatte um "Null-Euro-Jobber"
Überall Verlierer

Schüler packen an Supermarktkassen Einkaufstüten - und bekommen nichts als das Trinkgeld. Ausbeutung oder erfolgreiches Geschäftsmodell? Der Streit tobt.
Von Maria Holzmüller

Es war ein einziges Wort, das eine Welle der Empörung lostrat: "Null-Euro-Jobber". Dass es so etwas wie Ein-Euro-Jobs gab, daran hatte man sich in Deutschland beinahe schon gewöhnt, aber dass es noch tiefer ging - das erschien vielen dann doch zu dreist. Eine Welle der Entrüstung brach los - und sie traf Martin Lettenmeier.

Der Theologe wurde innerhalb eines Tages durch einen Artikel im Wirtschaftsmagazin Impulse zum abscheulichsten Kapitalisten am Horizont stilisiert - und steht nun kurz davor, seine berufliche Existenz zu verlieren.

Die Geschichte dahinter ist schnell erzählt - und doch komplizierter als es scheint. Martin Lettenmeier ist Geschäftsführer des Dienstleistungsunternehmens "Friendly Service". Er vermittelt seit vier Jahren jugendliche Einpackhilfen, wie man sie vor allem aus den USA kennt, an Supermärkte in ganz Deutschland. Lettenmeier bekommt von den Märkten Geld für die Vermittlungsleistung, drei Euro je Einpacker pro Stunde - die Einpackhilfen erhalten das Trinkgeld der Supermarktkunden. Sonst nichts. So weit, so empörend. Der Begriff Null-Euro-Jobber war geboren.

Suche nach der Wahrheit

Im Internet machte die Meldung ihre Runde, zog den geballten Zorn der Kommentatoren auf sich. Von "Perfidität" und "menschenunwürdiger Ausbeutung" ist da die Rede. Mindestens ebenso zornig sind allerdings die Kommentare aktueller und ehemaliger Mitarbeiter von "Friendly Service": Sie sprechen von einer "Verfremdung der Tatsachen" und vom "besten Job überhaupt".

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Martin Lettenmeier betont, dass von Null-Euro-Jobbern überhaupt keine Rede sein kann: Die jugendlichen Einpackhilfen, alle zwischen 16 und 24 Jahre alt, im Vertrag mit "Friendly Service" als Selbständige deklariert, verdienten im Durchschnitt allein durch Trinkgeld zwischen sieben und 15 Euro in der Stunde - "mehr als sie sonst irgendwo bekommen würden."

Christoph Schmitz, Pressesprecher der Gewerkschaft Verdi, hält das für Unsinn: "Wenn die Schüler einen festen Mindestlohn bekämen, könnten sie besser kalkulieren und erhielten das Trinkgeld noch zusätzlich."

"Wenn ich ein Kapitalistenschwein wäre ..."

Martin Lettenmeier bestreitet das. Wenn alle Servicekräfte ein Grundgehalt bekämen, ließe die Motivation, engagiert zu arbeiten automatisch nach. "Wir haben das bereits probiert: Alle Mitarbeiter auf 400 Euro Basis. Da ist keiner mehr aktiv geworden, um die Kunden wirklich zufriedenzustellen."

Und genau darum geht es Martin Lettenmeier: Er möchte die berufliche Selbständigkeit in Deutschland fördern und den jungen Leuten vermitteln, "dass jeder selbst für sein Glück verantwortlich ist". Kapitalismus als Erziehungsauftrag. Eigeninitiative ist gefragt. Wer auf die Leute zugeht, bekommt mehr Trinkgeld. Wer mehr Trinkgeld bekommt, darf sich die besten Schichten aussuchen.

Aber: "Wenn ich wirklich so ein Kapitalistenschwein wäre, wie alle sagen, dann würde ich doch einfach fünf Leute an fünf Kassen stellen, obwohl ich weiß, dass dann niemand etwas verdient. Aber ich stelle immer nur so viele Servicekräfte ab, dass es sich für alle lohnt. Jeder soll mit einem Minimallohn von sechs Euro nach Hause gehen", sagt Lettenmeier, der früher in der PR-Branche tätig war.

Bei aller Betonung der Selbständigkeit: ihre Einnahmen müssen die jungen Einpackhilfen am Abend jedes Arbeitstages offenlegen. "Um sie vor sich selbst zu schützen", wie Lettenmeier sagt. Schließlich dürfe niemand so viel verdienen, dass er dadurch sozialversicherungspflichtig würde. In diesem Punkt sei das rechtliche Betriebsgeheimnis jedes Einzelnen "in gegenseitigem Einvernehmen" aufgehoben.

Offene Rangliste im Internet

Die Rangliste der Trinkgelder ist allen Mitarbeitern im Internet zugänglich. "Jugendliche wollen Wettbewerb", sagt Lettenmeier. Jeder sieht, wo er steht. Wer viel Trinkgeld bekommt, wird bei der Schichtvergabe für den kommenden Monat bevorzugt. Diejenigen, die schlechter abschneiden, werden zusätzlich bestraft, sie müssen die Schichten übernehmen, die übrig bleiben.

Ein Unding, wie Verdi-Vertreter Schultz findet: "Gleiche Arbeit muss mit gleichem Lohn bezahlt werden. Bei "Friendly Service" wird der Verdienst zur Glücksache."

Über solche Kritik schüttelt Geschäftsführer Lettenmeier resigniert den Kopf. "Die Leute verstehen mein System einfach nicht. Die Schüler arbeiten selbständig, sie sind nicht meine Angestellten. Wer besser arbeitet, verdient auch mehr." Rechtlich sei das alles abgesichert. Lettenmeiers Leistungsprinzip ist rigoros: Wer einmal zu spät kommt, rückt in der Rangliste automatisch nach unten, wer dem Dienst unentschuldigt fernbleibt, wird gefeuert. Im Gegenzug bietet der Chef aber auch ein kostenloses Coaching für diejenigen an, die sich verbessern wollen. Freundlichkeit und Offenheit lassen sich trainieren - im Zweifelsfall durch die Aussicht auf mehr Geld.

Keine Zweiklassengesellschaft unter den Kunden

Dass auf Grund der Trinkgeldregelung eine Zweiklassengesellschaft unter den Kunden entstehe - diejenigen, die zahlen und freundlich behandelt werden, und diejenigen, die es sich nicht leisten können Trinkgeld zu geben und deshalb von den Einpackhilfen ignoriert werden - bestreitet Melanie Baumgartner. Die Schülerin ist seit zwei Jahren Servicekraft im Edeka-Markt Unterföhring bei München. "Wir sind zu allen freundlich, wir packen auch für die Leute ein, die nichts geben." Dazu verpflichtet sie auch ihr Vertrag mit "Friendly Service".

Verdi-Vertreter Schultz spricht dennoch von Nötigung. Die Kunden wüssten, dass die Einpackhilfe lediglich Trinkgeld bekämen. Nichts zu geben, provoziere ein schlechtes Gewissen. Melanie Baumgartner widerspricht: "Wir fragen jeden Kunden, ob er möchte, dass wir seine Einkäufe einpacken. Und es gibt immer Kassen, an denen niemand von uns steht. Die Kunden haben also die Wahl."

Der Ruf ist ramponiert

Wie viele der derzeit 400 Einpackhilfen, beteuert sie, wie viel Spaß ihr der Job mache und wie gut sie dabei verdiene. Trotz aller Verteidigungstiraden der jugendlichen Einpacker - der Ruf von "Friendly Service" ist erst einmal ramponiert, die Supermärkte wurden infolge der medialen Aufmerksamkeit unsicher. Aufgrund des Artikels von Impulse kündigten die Hamburger Drogeriemarktkette Budnikowsky sowie zahlreiche Edeka-Filialen Lettenmeiers Dienste.

Einzig Edeka-Südbayern zaudert noch - die Supermarktkette will den Vertrag mit "Friendly Service" in der kommenden Woche prüfen. "Egal wie das ausgeht, 'Friendly Service' wird es in dieser Form wohl nicht mehr lange geben", sagt Lettenmeier. Die Schuld gibt er einem Wort: "Das Schlagwort Null-Euro-Jobber. Mich hat es erschlagen."
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/27/496343/text/8/

Anscheinend ein evangelischer Theologe ... sauber ... (das XING-Profil bietet natürlich Möglichkeiten ...)
Supermärkte setzen Null-Euro-Jobber ein
Ein-Euro-Jobber? Ach was, es geht noch billiger. In einigen Supermärkten stehen inzwischen an den Kassen Einpackhilfen, die am besten sehr freundlich zu den Kunden sein sollten. Denn: Außer Trinkgeld gibt’s nichts.
Quelle 1: Netzeitung
Quelle 2: Impulse
Anmerkung unseres Lesers R.D.: Die Firma die dahinter steckt und die Studenten und Schüler vermittelt heißt “Friendly Service”. Interessant ist u. a. der Geschäftsführer dieses unsäglichen Tuns, Herr Martin Lettenmeier. Dieser Herr gibt selbst im Artikel der Netzeitung an: “es handelt sich hier um ein brutal kapitalistisches System”. Bei meiner Recherche bin ich auf seinen Account bei XING gestossen - der “gute Mann” ist Ev. Theologe und Redakteur.
Quelle 3: XING
 http://www.nachdenkseiten.de/?p=4367#h09
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27.06.09

muss es sein, dass jeder deppensender jetzt den o-ton von jacksons notarztteam in die gegend funkt?
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25.04.09

kleinstadt kunst elend

das elend mit der kunst in kleinstädten ist, daß es ateliers nur für kunstlehrer, zahnarztfrauen, pensionäre o.ä. gibt (also genau die, die mit kunst am allerwenigsten am hut haben). der rest kann sich das komplett runderneuerte zeugs mit parkett aufm klo schlicht nicht leisten.

und genau so sieht dann die kleinstadtkunst aus, der kleinstadtkunstverein usw usf.

das schlimme dran: sie wissens nicht und schaukeln einander nur weiter die eier.

q.e.d.
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18.04.09

Freie Überwachung

Beim G20 wird Einer (vielleicht) von Polizisten tot gehauen, sie sagen „Wir warens nicht!“, ok. „Dann wurden im Internet Videoaufnahmen eines Passanten verbreitet, auf denen zu sehen ist,“ (Berliner Morgenpost) daß eben doch die Polizisten dem Typen in den Arsch oder sonstwohin getreten haben.

Die Szene jubelt. Die „freie“/„alternative“ Presse, Autonome, Verschwörer und alle andern, die sich berufen fühlen, weil sie glauben, daß sie lesen und schreiben können, weil sie lesen und schreiben können (da muß man jetzt ein bissl nachdenken, gelle?), schreiben, bloggen, twittern und verschwören sich die Finger wund – wir hams doch gewußt!

Wir sind das Volk, jawoll, und wenn nicht JedeR von uns (mit „uns“ sind in dem Fall „wir da unten“ gemeint) ständig und alles per Handy, Videocamera und Digicam filmt und fotographiert (warum ist eigentlich Audio so außen vor?), kommt „die Wahrheit“ nie ans Licht.

Sehr schön.

Und jetzt Obacht: von den Gleichen hört man nämlich (eine Seite vorher) Protest gegen „staatliche Überwachung“ per Camera – zurecht! – weil man nicht auf Schritt und Tritt beobachtet und belauscht werden will und überhaupt.

Aber bitte, wo bleibt mein „Recht auf Privatsphäre“, wenn ich gewahr sein muß, daß ich von jedem Privat-Hanswurst gefilmt werden kann, wie mir am Imbißstand die Bullette übers Hemd kugelt? Der zeigt das Material dann auf Youtube, Facebook oder Flickr der staunenden Welt, schreibt meinen Namen dazu, setzt ein Wimpelchen auf Googlemaps und jede vollgefressene amerikanische Rotznase, die glaubt, Europa sei ein Stadtteil von Baton Rouge, kann mein Mißgeschick mit „lol“, „rofl“, „dumbass“ oder „get a life dude“ kommentieren (und das sind noch die Netteren). Sollte mir gleichzeitig noch ein Hund ans Bein pissen und ein Vogel auf den Kopf scheissen, ist mein Ruhm nicht mehr aufzuhalten – „Video des Monats“, „MUST SEE!: greatest dumbass smears himself and gets pissed and shitted on – SUBSCRIBE!“, jaja ... sollte es dumm laufen, werde ich von einem findigen Fahnder mit der nebenan ausgeraubten Oma in Verbindung gebracht – go and get a life ...

Mir ist ein Rätsel, warum man überhaupt noch Überwachungscameras an öffentlichen Orten installieren will. Wenn was passiert, gibts das eh unmittelbar danach auf Youtube. Die Täter filmen sich selber unter Nennung ihrer vollen Namen damit auch ja JedeR weiß, was für coole Säue sie sind. Das gesparte Geld kann man investieren, um noch den den Rest der Bevölkerung mit Cameras auszurüsten, bei denen der Youtube-Account gleich eingebaut ist (was die Zuordnung des Materials in Zweifelsfällen vereinfachen würde).

Und jetzt nochmal ganz im Ernst: daß es in Fällen wie bei polizeilichen Totschlägern Beweismaterial gibt um die Betreffenden doch noch vor den Kadi zu ziehen, ist ja eine gute Sache. Ebenso daß sich Lynndie England von der siegreichen Armee beim Gassigehen mit einem Gefangenen ablichten läßt und dergleichen mehr.

Aber mal angenommen, ich müßte aus dem 30. Stock eines brennenden Hochhauses springen, möchte ich dann wirklich als „falling man“ die letzte mediale Ölung und Berühmtheit erlangen? Ist es ein wesensmäßiger Unterschied, von wem der Filmer sein Gehalt bekommt, BND, CIA, Lidl, Schlecker oder taz (vielleicht macht ers ja auch ehrenamtlich)? Will ich bei Youtube ein Video von mir finden, von dem ich nichts wußte (auch wenn ich mich darin nicht bekleckere)? Kurz: will ich, daß der Blick des Anderen festgehalten wird, auch wenn er ihn nicht veröffentlicht?

Nee, laß ma stecken, Alda ...
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